wie träumen ?

Da das Gehirn die Wahrnehmung dessen, was außerhalb von uns stattfindet, entsprechend unserer Sichtweise der individuellen Lebenserfahrung "innen" abbildet, so dass wir sie wie im Kino oder als Theaterzuschauer auf der Bühne betrachten können, paßt dies auch zur Vorstellung C.G. Jungs, dass es eine innere Traumbühne gibt, auf der das Selbst in Form verschiedener Teil-Aspekte agiert. Somit ist der Traum ein Ausdruck eines Selbst-Zustandes. (Kohut 1977)

Der Psychiater und Schlafforscher Allan Hobson geht davon aus, dass im Traum "die in den aktivierten Cortexarealen enthaltenen Gedächtnisinhalte, die normalerweise durch Wahrnehmungen erregt werden, nun 'wahllos' hervorgeholt und ins Bewußtsein gebracht" werden.

Auch im Neuro-Konstruktivismus ist man davon überzeugt, dass alles, was wir wahrnehmen unsere eigene Konstruktion des Gehirns ist und nicht unbedingt mit der realen objektiven Wirklichkeit übereinstimmt. Nicht umsonst geschieht es regelmäßig bei einem Verkehrsunfall z.B., dass mehrere Personen auch unterschiedliche Eindrücke über das Gesehene und Gehörte haben und an allen ist ein Stück "Wahrheit" gegeben.

So erklärt auch der Hirnforscher Roth das Phänomen einer psychischen Störung, wenn ein erkrankter Mensch behauptet, neben ihm stehe eine Person, die genauso aussieht, wie er selbst. (Roth 1997, S. 317)

Der Traum ist eine Art Experimentierfeld für das Bewußtsein. Alles, was sich auf der Traumbühne ereignet, ist eine Konstruktion unseres Unbewußten. Es bildet aus dem gespeicherten Material der Wahrnehmungserfahrung des Wachbewußtseins individuelle Bedeutungen. Scheinbar spielerisch setzt das Unbewußte diese Symbole für die Traumgestaltung ein, um uns über die innere emotionale Bewertung zu informieren. Gleichzeitig gibt der Traum auch Ideen für Problemlösungen an die Hand.